HORSTMAR.
Schon von weitem wirkt der neue Wohnkomplex auf dem Gelände des alten Krankenhauses am Rand der Horstmarer Altstadt sehr einladend als gelungene homogene Mischung aus Bauen im historischen Bestand und Neubau. Die Fassaden aus hellem Sandstein verbinden alt und neu, bei Sonnenschein strahlt der Naturstein besonders gut. „Die neuen Gebäude haben moderne Verblendsteine, die optisch an den originären Sandstein angepasst sind“, sagt Dieter Frahling (Frahling Bau) im Baustellengespräch mit dieser Redaktion. Auch das Gesicht des verantwortlichen Bauunternehmers aus Ahaus strahlt. „Es läuft alles prima mit allen Gewerken und wir liegen bestens in der Zeit. “Die neuen Mehrparteienhäuser haben sich auch vom Stil her gut an den Bestandsbau angeglichen, der vom alten Krankenhaus und seiner Kapelle übriggeblieben ist. „Altbau ist immer eine Herausforderung. Dank guter Handwerkerleistungen haben wir das, trotz vereinzeltem Fachkräftemangel, sehr gut hinbekommen.“ Auch die Dächer nebst Photovoltaikanlagen, die die Wärmepumpe des Häuser komplexes nachhaltig mit Wärmespeisen, sind fertig. Trotz einiger weniger Wintertage, in denen die Dachdecker wegen Regen und Schnee pausieren mussten, auch hier alles im Plan. Dieter Frahling zeigt nach oben: „In Erinnerung an alte Zeiten ist der Glockenturm erhalten geblieben, allerdings zukunftsfest als kompletter Nachbau.“ Ob Nord- oder Südflügel, der zuerst fertig wurde, überall wieseln Bauarbeiter und Handwerker umher.
Die letzten Estrich- und Putzarbeiten laufen, die Maler und die Fliesenleger haben ihre Arbeit begonnen. Fast alle Fenster und Türen sind bereits fertig. Von den insgesamt 35 Wohnungen sind 13 fertig. 22 Wohnungen befinden sich noch im Bau, auf der Zielgeraden. Mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen sollen bewusst verschiedene Mieter angesprochen werden: 25, 45 bis 50 oder 130 bis 140 Quadratmeter für Familien, Senioren, Paare und Singles. Alle mit Fußbodenheizung, barrierefrei, mit Aufzug, energetisch auf hohem Standard (KfW-Effizienzhaus 40) nennt Frahling als weitere Stichworte. Für einen Großteil der Wohnungen wird ein Wohnberechtigungsschein (WBS) benötigt. Wer durch die Noch-Baustelle geht, kann die verschiedenen Wohnungen schon klar erkennen.
Eine der noch fertig zustellenden Wohnungen ist das „Sahnestückchen“ in der ehemaligen Kapelle. Der während der noch laufen den Bauarbeiten leichtsportliche Gang in die oberste Etage über das noch offene Treppenhaus lohnt sich. In der ehemaligen Kapelle mit ihren sakral gebogenen Bleifenstern, goldenen Verzierungen und sandsteinfarbenen Säulen entsteht mit 140 Quadratmetern die größte und sicherlich auch interessanteste Wohnung. „Diese Wohnung ist ideal für Familien mit mindestens vier Kindern“, sagt Dieter Frahling und öffnet die Tür zur Terrasse: Die ist nicht nur sehr groß, sondern ermöglicht einen fantastischen, da komplett unverbauten Weitblick ins Grüne Richtung Burgsteinfurt. Schöne Ausblicke gibt es auch von den anderen Dachgeschosswohnungen auf der zur Altstadt hingewandten Seite am Stadtwall.
Zwischen Stadtwall und Bischofsweg entsteht ein Durchgang. Als letzte Maßnahme wird die Gestaltung der Innenhöfe mit Wegen und Sitzgelegenheiten sowie der Grünanlagen drumherum erfolgen, inklusive Fahrradständer. Es entstehen auch14 Stellplätze für Fahrräder mit Ladestation für E Bikes. Fast fertig ist auch die Tiefgarage, von der die Anwohner und Anwohnerinnen direkt ins Haus kommen können. Am Stadtwall entstehen noch Außen-Parkflächen für die Anwohner des neuen Wohnkomplexes.
Eine Herausforderung während der gesamten Baumaßnahme war die Enge der Baustelle. „Besonders mussten wir auf den Verkehr achten. Das hat mit dem Altenheim, dem St.-Gertrudis-Haus, gut geklappt, vor allem, wenn Krankentransporter im Einsatzwaren. Auch mit dem Verkehr der Wohnsiedlung funktionierte es gut.“
Dieter Frahling ist auch voll des Lobes für die Stadtverwaltung: „Auf kurzem Dienstweg läuft die Zusammenarbeit mit Ludger Hummert, Bürgermeister Robert Wenking, seinem Stellvertreter und Fachbereichsleiter Ferdinand Keuchel sehr gut.“ Im Oktober soll der gesamte Gebäudekomplex sowie Außen- und Parkanlagen zwischen Südflügel und saniertem Krankenhaus fertig und bezugsbereit sein. Das Gesamtvolumen des Vorhabens beziffert Dieter Frahling grob mit „im zweistelligen Millionenbereich“. Bauherren sind Thomas Fischer und Dietmar Dertwinkel aus Steinfurt.